Große Koalition: Die Bundesregierung, ein Standortrisiko

Es waren zwei große Versprechen, die Angela Merkel ihrer Partei nach der Bundestagswahl gegeben hat. Erstens, so versicherte sie, solle Annegret Kramp-Karrenbauer als ihre Nachfolgerin an die Spitze von Partei und Regierung rücken. Und zweitens werde sie gemeinsam mit ihrem Vertrauten Peter Altmaier die CDU wieder zur Wirtschaftspartei machen. Die Christdemokraten hätten „die große Chance“, so befand sie, die „soziale Marktwirtschaft zu erneuern“ und wieder zur Partei Ludwig Erhards zu werden.

Knapp zwei Jahre später ist klar, dass Merkel ihre Versprechen nicht halten wird. Von einer geordneten Machtübergabe kann nach Kramp-Karrenbauers Amtsverzicht vom vergangenen Montag keine Rede mehr sein. Und vom Status einer Wirtschaftspartei ist die CDU aktuell so weit entfernt wie Hertha BSC von der deutschen Meisterschaft. Viele Unternehmer reden inzwischen lieber mit den Grünen als mit der Union. Ressortchef Altmaier hat es geschafft, mit unausgegorenen Thesen zur Industriepolitik Konzerne wie Mittelstand gleichermaßen gegen sich aufzubringen. Und der BDI bescheinigt der schwarz-roten Koalition öffentlich, dass sie „den Unternehmen schadet“. Die Bundesregierung – ein Standortrisiko.

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