Terry Jones: Monty-Python-Komiker nach langer und schwerer Krankheit gestorben

Humor als Angriff auf das Establishment und den guten Geschmack: Die Comedy-Truppe Monty Python drängte Ende der Sechzigerjahre mit absurdem, bösem und höchst erfolgreichem Humor ins Fernsehen, später mit Filmen in die Kinos. Eines der wichtigsten Mitglieder war Terry Jones, der 1975 mit „Die Ritter der Kokosnuss“ seinen ersten Python-Kinofilm inszenierte und vier Jahre später auch ihren größten Hit „Das Leben des Brian“. Mit 77 Jahren ist er nun verstorben, wie sein Manager mitteilte. Jones war seit Jahren an Demenz erkrankt.

Nach einem Oxford-Studium der Geschichte brachte Jones ab 1967 mit seinem Freund und späteren Monty-Python-Mitglied Michael Palin erste Comedy-Programme auf die Bildschirme. 1969 erfanden die beiden mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam und Eric Idle die Sketch-Serie „Monty Python’s Flying Circus“, die bei der BBC ihre Premiere feierte und bis 1974 45 Episoden nach sich zog. 1971 und 1972 drehte die Truppe für den WDR zwei deutschsprachige Episoden. Bis 1983 entstanden fünf Kinofilme.

Bei „Die Ritter der Kokosnuss“ teilte sich Jones 1975 die Regie mit Terry Gilliam, für „Das Leben des Brian“ und „Der Sinn des Lebens“ war er dann allein verantwortlich. Bei den Filmen wie zuvor schon in der Serie vermied Jones einen konventionellen Humor, der auf Gags und Punchlines zuläuft. Seine Sketche und Geschichten gingen oft von absurden Voraussetzungen aus, die er dann mit bizarren Dialogen und Bildern ausschmückte.

Auch wenn Terry Jones als Darsteller nicht so berühmt wurde wie seine Kollegen John Cleese und Michael Palin, blieben viele seiner Rollen im Gedächtnis – vor allem seine Porträts von Frauen. Etwa die der Reinigungskraft in „Der Sinn des Lebens“, die in einem feinen Restaurant Erbrochenes in einen Eimer schaufelt und dabei sagt: „Och, ich hab schlimmere Jobs gehabt.“ Guter Geschmack interessierte Jones nicht, drei seiner Filme – „Der Sinn des Lebens“, „Das Leben des Brian“ und die ohne Monty Python entstandene Komödie „Personal Service“ – wurden in Irland verboten.

Nach seiner Arbeit mit Monty Python arbeitete Terry Jones weiter als Filmregisseur und konnte mit der Fantasy-Komödie „Erik der Wikinger“ 1989 einen großen Publikumserfolg verbuchen. 2015 inszenierte er den Film „Absolutely Anything“ mit Simon Pegg in der Hauptrolle und den Stimmen seiner Monty-Python-Kollegen. Ein Jahr zuvor war es zu einer Reunion der Comedy-Truppe gekommen, bei der die alternden Stars ein Programm ihrer besten Sketche live auf die Bühne brachten. Schon dabei soll Jones aufgefallen sein, wie es ihm immer schwerer fiel, sich den Text zu merken.

Sein enger Freund und Kollege Michael Palin verbreitete ein Statement über Terry Jones: „Er war viel mehr als einer der wichtigsten Autoren und Darsteller seiner Generation. Er war Regisseur, Kinderbuchautor, Historiker, Moderator. Und die wärmste, wunderbarste Gesellschaft, die man sich wünschen konnte.

Der Komiker Stephen Fry schrieb in Anspielung auf eine der berühmtesten Szenen aus „Monty Python’s Flying Circus“ : „Auf Wiedersehen, Terry Jones. Der große Fuß ist auf Dich niedergekommen. Mein Gott, was für eine Freude Du uns schenktest. Was für ein wundervolles Talent, ein wunderbares Herz.“

Selbst der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gab sich auf Twitter als Fan zu erkennen und schrieb: „Terry Jones wird uns immer in Erinnerung bleiben.“

Icon: Der Spiegel

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