Bundeswehr postet Hakenkreuz-Uniform auf Instagram


Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Sprecher müssen sich mit einem Social-Media-Skandal auseinandersetzen. Am Dienstag entdeckte die „Bild“-Zeitung, dass auf dem offiziellen Instagram-Account der Bundeswehr ein Bild mit einer Wehrmachtsuniform samt Hakenkreuzen hochgeladen worden war. Die abgebildete Uniform stammt offenbar aus dem Militärhistorischen Museum Dresden und war Teil einer Instagram-Story.

Gut zu sehen sind darauf zwei Eiserne Kreuze, das Verwundeten-Abzeichen der Wehrmacht und ein Reichsadler. Alle vier Abzeichen und Orden tragen das Hakenkreuz. Das Zeigen des Hakenkreuzes fanden die Bundeswehr-Leute, die den Account betreuen, offenbar auch noch lustig. So ergänzten sie das Bild mit einem blinkenden „Retro“-Schildchen und einer geschmacklosen Bildunterschrift. „Auch #Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der #HauteCouture“.


Screenshot des gelöschten Posts


Instagram

Screenshot des gelöschten Posts

Foto ist weg – aber eine Erklärung kam erst auf Nachfrage

Kurz nachdem die „Bild“ beim Verteidigungsministerium nachfragte, löschte die Bundeswehr das Foto, allerdings ohne das Fehlverhalten in irgendeiner Weise zu dokumentieren oder zu erklären.

Ein Sprecher gab sich auf Nachfrage schuldbewusst. Der Text zum Bild sei missverständlich, die Story „gedankenlos beziehungsweise unsensibel“. Mit dem Mitarbeiter werde nun das Gespräch gesucht. Natürlich, so der Sprecher, seien Wehrmachtssymbole und erst recht Hakenkreuze nicht „sinnstiftend“. Ein striktes Verbot von Wehrmachtssymbolen in allen Kasernen hatte Kramp-Karrenbauers Vorgängerin Ursula von der Leyen gegen viele Widerstände aus der Bundeswehr durchgesetzt.

Der Instagram-Account ist Teil einer regelrechten Medienoffensive der Bundeswehr. Immer mehr hochrangige Offiziere haben mittlerweile Twitter-Accounts, zudem produziert die Bundeswehr schon länger aufwendige YouTube-Serien um junge Leute zu rekrutieren. Auch die Ministerin selber nutzt die sozialen Medien gern, um ihre Reden oder Fotos von Truppenbesuchen zu verbreiten. In Sachen Instagram ist die Reichweite nicht schlecht, rund 309.000 User folgen dem Account der Bundeswehr.

Neuer Leitfaden kam gerade erst heraus – und nun gleich der erste Skandal

Dass über den offiziellen Account nun ganz offen Hakenkreuze mit zynischen Kommentaren gepostet worden sind, wird sich indes schwer als Gedankenlosigkeit abtun lassen. Der Grünen-Abgeordnete Tobias Linder fordert deswegen schon für den Mittwoch Erklärungen im Verteidigungsausschuss. „Die Bundeswehr muss unverzüglich klären, wie so etwas auf ihren Instagram-Account kommen konnte“, sagte er am Dienstagabend.

Verantwortlich für den Account ist Christian Thiels, der Sprecher der Ministerin. Der frühere ARD-Journalist hatte es bei Jobantritt im Sommer zu einer seiner Missionen erklärt, die Bundeswehr präsenter in den sozialen Medien zu machen. Erst vor einer Woche veröffentlichte er einen Leitfaden für alle Soldaten und erläuterte, wie sie die sozialen Medien nutzen sollen. Ganz wichtig bei jedem Post sei demnach, „das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern“.

Im aktuellen Fall ist das unzweifelhaft komplett daneben gegangen.

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